Kapitän/in
Wir alle haben sie in uns…..diese Gedanken in unserem Kopf, die mit unserer Stimme sprechen – die „positiven“ und die „negativen“.
Wie verschiedene Personen – sich selbst bejubelnd, sich selbst scheltend, sich selbst Versprechungen machend, Vorwürfe machend, neidische, großzügige, vergleichende, sorgenvolle, hoffnungsvolle, ängstliche, mutige, sich selbst klein machende und andere anbetende, ärgerliche, versöhnliche, traurige, fröhliche……und noch so viele mehr.
Können alle Stimmen Du sein – all diese verschiedenen Gedanken, Emotionen…….bist Du?
Kein Wunder dann, wie es mit der Welt steht – sie wird von Schizophrenen bevölkert *Licht aufgeht*
Doch wer aufmerksam ist kann die eine Stimme wahrnehmen, die immer verständnisvoll, mitfühlend, liebend redet; sie ist sehr leise, zurückhaltend…….
Mir hilft es auf dem Weg zu mir, mich auf diese Stimme zu konzentrieren…..mich mit ihr zu identifizieren – eine bewusste Entscheidung, dass ich nicht die anderen Stimmen bin, sondern sie.
Sie lässt mich bei mir bleiben und immer dann fühle ich mich am wohlsten……..
– Im Kern sind wir alle das zwar auch nicht – doch es schafft ungemein viel Ruhe und Klarheit und ist ein großer Schritt zur Eigenverantwortung, Selbstliebe und Ich Bin.
Diese anderen Gedanken sind die „Crew“ und ich bin der Kapitän auf dem Schiff, das auf den Wellen des Lebens durch die Zeit fährt.
Ich liebe meine Crew…..alle sind für etwas wichtig – aber ich als Kapitän befehle und sage ihnen daher auch, wann sie jeweils „Dienst“ haben. Zu anderen Zeiten will ich sie nicht an Deck sehen – außer vielleicht, um mal kurz Luft zu schnappen.
…..und manche arbeiten ausschließlich unter Deck……..
Ich als guter Kapitän weiß natürlich (*hüstel* meist), wofür sie alle „taugen“ und auch, wie ich wen anzufassen habe, damit es keine Meuterei gibt – je mehr ich mich mit meiner gesamten geliebten Crew befasse, desto besser kann ich uns zu einer Mannschaft verschmelzen lassen und sie zu einem gemeinsamen Ziel anspornen.
Das erfordert von mir als Kapitän natürlich viel Bewusstheit und ca. 16 Stunden an 7 Tagen Dienst.
Ohne meine Aufsicht oder Anleitung täten sie alle, was sie wollen und würden sich selbst Beschäftigungen suchen – dann herrscht Chaos auf dem Schiff und wir erreichen nie unseren Zielhafen.
Doch so kann ich mich jeden Tag mit dem guten Gewissen, beste Arbeit geleistet zu haben (und falls mal nicht, morgen wieder noch etwas besser auf die Mannschaft zu achten 😉 ) in die Koje legen und gesegnet schlafen – ich liebe mich und bin dankbar für all die Verantwortung, die mir übertragen worden ist.
In diesem Sinne……ahoi und beste Fahrt uns allen – und achte besonders auf die Stille zwischen den Wellenschlägen,
Dein Aron